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Sonntag, 10. Dezember 2017

Florians Weg von „Gras zu Crystal Meth“

Weimarer Kultur-Express führt Zwei-Personen-Stück in der Aula der Carl-Theodor-Schule auf

Protagonist Florian (Janning Sobotta) im Zwei-Personen-Stück „Drogen - von Gras zu Crystal Meth“ zeigte seinen Zuschauern zunächst, wie man es macht. Vor den Augen seiner schockierten Freundin Anne (Sonja Martens) und damit auch des Publikums drehte er einen Joint und erläuterte dabei gelassen, wie harmlos „Gras“ doch sei. In einer weiteren Szene führte er vor, wie man an einer Bong zieht – alles ganz einfach und ungefährlich. Anne, die sich sowieso zu brav findet, macht erst mal mit, hat aber ein unbehagliches Gefühl, das sich steigert, als sie miterlebt, wie Florian immer abhängiger wird – und schließlich stirbt. „Diese Geschichte wünsche ich keinem“, sagt sie am Ende zum Publikum gerichtet.

Die Botschaft des Stückes der Autorin Katrin Heinke, das der Weimarer Kultur-Express vor mehr als 200 Schülerinnen und Schülern des Wirtschaftsgymnasiums und der Berufsfachschule aufführte, war klar und direkt: Cannabis, dessen Legalisierung derzeit vor allem wegen wirtschaftlicher Interessen vorangetrieben wird, ist alles andere als harmlos. Die Schauspieler Janning Sobotta und Sonja Martens zeigten nachvollziehbar und überzeugend, wie man es eben nicht machen sollte. Bei Florian werden Drogen zum Ausweg aus einem problembelasteten Leben, das er aber gerade wegen seiner Drogenabhängigkeit noch weniger im Griff hat. Er steigt aus seinem Leben aus, statt es zu ändern. Am Ende kann nur noch Crystal Meth ein kurzzeitiges Vergessen ermöglichen. Das bezahlt er zunächst mit dem Verlust seiner Freundin, die seine Sucht nicht mehr erträgt, und dann mit dem Leben.

Nach dem Stück suchten die beiden Schauspieler das Gespräch mit den Schülern – kein einfaches Unterfangen. Die schwierige Akustik der Aula hatte sich schon während der Aufführung eher negativ auf die Aufmerksamkeit der hinteren Reihen ausgewirkt. Hinzu kam, dass vor allem Wortmeldungen von Drogenbefürwortern kamen, die sich auf ihr Halbwissen bezogen. Es gebe keine Drogentoten durch Cannabis, wurde behauptet. Die Schauspieler hatten zwar keine Studienergebnisse mitgebracht, aber Einsichten, die auch aus Erfahrungen der Autorin im persönlichen Umfeld stammten. Und ihr Stück hatte ohnehin jede Verharmlosung widerlegt. (dh)

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