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Donnerstag, 30. November 2017

„Nicht einfach glauben, sondern alles hinterfragen“ - Vortrag von Finanzexperte Dirk Müller in der Aula der CTS

Dirk Müller 1
Auf Einladung der Börsen-AG (Leitung Dr. Markus Bieniek und Franz Maucher) sprach am Dienstag vormittag der als „Mr. Dax“ bekannte Börsenmakler und Finanzexperte Dirk Müller zu Schülern des Wirtschaftsgymnasiums. Der in Reilingen geborene Bankkaufmann absolvierte seine Ausbildung bei der Deutschen Bank in Mannheim, bevor er an der Frankfurter Börse begann, mit Wertpapieren zu handeln. Da sich sein Schreibtisch direkt unterhalb der DAX-Kurstafel befand, wurde er für die Medien international zum Gesicht des DAX. Müller gilt als Kritiker des Euro, betont jedoch seine parteipolitische Neutralität. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Showdown“, in dem er unter anderem antidemokratische Verflechtungen von wirtschaftlichen und politischen Interessen anprangert. Kritiker halten seine Darstellungen für Verschwörungstheorien.

In seinem Vortrag wolle er junge Menschen auffordern, nicht alles zu glauben, was ihnen von einzelnen Personen oder Medien erzählt werde, so Müller. „Die Vielfalt der Informationen zeigt erst, was wirklich passiert“, gab er den Schülern mit. Alles Politische habe Auswirkungen auf die Finanzwelt, das Kapital wiederum Einfluss auf die Politik. Als Beispiel dafür nannte er die Entscheidung des Europaparlaments, das Pestizid Glyphosat für weitere fünf Jahre zuzulassen. Obwohl die deutsche Bevölkerung und die Bundesregierung gegen die Weiterzulassung seien, habe der deutsche Abgeordnete die entscheidende Stimme für die Zulassung abgegeben. Dies sei ein Zeichen dafür, dass wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stünden.

Müller weckte jedoch auch Begeisterung für die Finanzwelt. „Es geht für viele um sichere Anlagen, aber wer bereit ist, Risiken einzugehen, der darf auch zocken“, betonte er. Spiel und Spaß hätten jedoch ihren Preis. Vom Kauf von Bitcoins riet er ab. “Das ist keine Währung, denn Bitcoins haben keinen Umlauf.“ Das sei eine Finanzblase wie der Tulpenhandel im frühneuzeitlichen Holland. Damals kletterte der Preis für eine Tulpenzwiebel auf den Wert eines Hauses, bevor ein Crash alle Finanzträume platzen ließ. „Wer zockt, darf das, aber er muss dann auch für das Risiko geradestehen können“. Müller ließ die Schüler abschließend an seiner Prognose der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands teilhaben. Das Interesse der deutschen Wirtschaft an E-Autos sei gering, weil dadurch die Zuliefererindustrie geschädigt würde. Er vermute, dass Antriebe mit Brennstoffzellen die Autoentwicklung bestimmten.

„Es ging uns nie besser als heute!“ stand auf Müllers abschließender Folie. Die Aufgabe der jungen Menschen in der Zukunft sei es, die Gesellschaft voranzubringen, wenn es durch Automatisierung immer weniger Arbeit gebe. „Es wird eine tolle Zukunft“, versprach er. Nach dem Vortrag stellte er sich Fragen eines kleinen Kreises von Schülern zu Investitionen auf dem Finanzmarkt. Die Schüler waren begeistert. „Das war hochinteressant!“ Viele freuten sich darüber, einen Einblick in die Komplexität der Finanzwelt von einem Redner wie Dirk Müller erhalten zu haben, der in dieser Welt zuhause ist.

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