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Dienstag, 26. Januar 2016

Am eigenen Leib erfahren, wie wichtig Sprachen sind

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Reise der Carl-Theodor-Schüler zur UNO-Simulation in Genf

Wie fühlt es sich an, UNO-Delegierter zu sein und Entscheidungen von weltpolitischer Bedeutung zu treffen? Acht Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen hatten die Möglichkeit, an der diesjährigen FerMun-Konferenz in Genf teilzunehmen. MUN steht dabei für Model United Nations. Zum sechsten Mal fand diese UNO-Simulation des Lycée International de Ferney-Voltaire statt, der französischen Partnerschule der Carl-Theodor-Schule. Dank der Nähe zu Genf und den guten Beziehungen zur UNO kann diese Schule eine derartige Simulation in Genf organisieren.


Die Schülerinnen und Schüler erlebten drei sehr intensive Tage dort; denn FerMun gibt jungen Menschen aus unterschiedlichen Ländern die Möglichkeit, in die Rolle von UNO-Delegierten zu schlüpfen. Sie werden unterschiedlichen Gremien der UNO zugeteilt wie z.B. der NATO, der Arabischen Liga oder dem Sicherheitsrat und repräsentieren dort die ihnen zugeteilten Länder wie beispielsweise Mosambik, Kamerun oder Kuwait. In den Gremien diskutieren und erarbeiten sie Resolutionen zu vorgegebenen Problemen der Weltpolitik. Die von den Delegierten verabschiedeten Resolutionen werden an die Entscheidungsträger der UNO weitergeleitet.

Die Eröffnungszeremonie fand traditionell im Saal der Menschenrechte der UNO statt. 800 Schüler und Lehrer aus der ganzen Welt waren anwesend; 260 teilnehmende Schüler wurden in 140 französischen Gastfamilien untergebracht. „Die Organisation dieser Konferenz – fast ausschließlich durch Schüler – war ein gigantisches Meisterwerk“ staunte Lisa Marie aus der Oberstufe der Carl-Theodor-Schule.

Besonders bewegend war die Rede von Claude Zerez, einem syrischen Flüchtling, dessen Tochter mit 18 Jahren getötet wurde und der mit seiner Frau und den beiden Söhnen vor zwei Jahren in Frankreich eine neue Heimat fand. Er beendete seine Rede mit dem Appell, kriegerische Auseinandersetzungen zu beenden, sich deshalb politisch einzumischen und Verantwortung zu übernehmen. Sein Satz „Il faut pardonner, mais ne pas oublier.“ (Man muss verzeihen, sollte aber nicht vergessen.) blieb den Teilnehmern aus Schwetzingen besonders im Gedächtnis.
Das Thema der diesjährigen Konferenz war aktueller denn je. Es ging um die Flüchtlingsproblematik und den weltweiten Terrorismus. In einer Arbeitsgemeinschaft recherchierten die Schüler zum Thema und bereiteten sich sprachlich und rhetorisch vor. Die Konferenzsprachen bei FerMun sind Englisch und Französisch. Alle Redebeiträge werden von Schülern simultan übersetzt. Jannik resümierte: „Ich fand beeindruckend, dass die Übersetzer und Dolmetscher so schnell waren.“ Die Schüler realisierten, wie wichtig Fremdsprachen sind, um sich international zu verständigen. Neben der Sprachenvielfalt waren die Schwetzinger Schüler von den vielen unterschiedlichen Kulturen und Menschen beeindruckt. Nicole erklärte, dass sie jetzt nachvollziehen könne, warum und wie manche Länder ihre Entscheidungen träfen.

Die diesjährige Konferenz fand in den Gebäuden der WTO (World Trade Organization) und der WMO (World Meteorological Organization) statt, die sich beide nur wenige Gehminuten von der UNO befinden. In beiden Konferenz-Gebäuden hat man Blick auf den Genfer See. Das WTO-Gebäude ist eine gelungene Mischung aus Alt und Neu. Sebastian und Jannik genossen die besondere Arbeitsatmosphäre: „Dass wir die Chance hatten, in den Gebäuden der UNO, der WTO und der WMO zu tagen, war eine einmalige Gelegenheit.“

Die begleitenden Lehrerinnen Edith Sontheimer und Gerlinde Wagner waren sich einig, dass sich das Engagement gelohnt hatte: „Wir haben alle viel gelernt, internationale Kontakte geknüpft, Vorurteile abgebaut und am eigenen Leib erfahren, wie wichtig Sprachen sind.“ FerMUN 2016 stand eben auch unter dem Motto: „The best weapon is to sit down and talk.“ (Nelson Mandela)
Ermöglicht hatte diese Fahrt eine kräftige Finanzspritze des deutsch-französischen Jugendwerks (DFJW). Auch die im Zweijahresrhythmus durchgeführten Schüleraustausche zu unserer Partnerschule nach Ferney (Frankreich) werden regelmäßig vom DFJW unterstützt. An dieser Stelle wollen wir dem DFJW für die nachhaltige Unterstützung der deutsch-französischen Beziehungen danken.


 (E. Sontheimer/G. Wagner)

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