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Sonntag, 23. November 2014

Mut zu Erinnerung

Schüler der Carl-Theodor-Schule bei der Stoplersteinverlegung
Schüler der Carl-Theodor-Schule begleiten die zweite Stolpersteinverlegung in Hockenheim und gestalten zwei Verlegestellen (lesen Sie auch den Zeitungsartikel aus der Hockenheimer Zeitung)

Überwältigt und beindruckt steht eine große Gruppe von Menschen vor der Ludwigstr. 80 in Hockenheim. Es sind Schüler, Lehrer, Politiker, Nachbarn und Angehörige wie Rudi Hardtmann und Kurt Bauer. Sie alle sind ergriffen von der Stolpersteinverlegung und den bewegenden Beiträgen der Schüler. Auf sehr persönliche Weise erinnern die Schüler daran, welche Tragödie sich ereignet, wenn Menschen Unrecht und Gewalt angetan wird. Sie erinnern sowohl an die Ausgrenzung und Ermordung jüdischer Hockenheimer, als auch an die Gewalt und Erniedrigung von Hockenheimer Sozialdemokraten.

„Schön, dass so viele junge Menschen sich mutig mit dieser Geschichte beschäftigt und so einfühlsam an das Schicksal der Opfer erinnert haben“, lobt Rosa Grünstein und betont, wie sehr es sie freut, dass Schüler etwas bewegen und es ihnen nicht einfach um einen schulfreien Tag geht.

Auch Gunter Demnig, auf den die Idee der Stolpersteine zurückgeht, betont, dass es ihm wichtig ist, bei der Verlegung persönlich dabei zu sein.

Beim gemeinsamen Abschlussgespräch waren die Schüler der Carl-Theodor-Schule immer noch sichtlich bewegt. Gianluca, der sich mit der Person des verfolgten und ermordete Sozialdemokraten Friedrich Bauer beschäftigt hat betont sein Mitgefühl für die Angehörigen und seinen Stolz, seinen Teil zur Erinnerung an das Unrecht beigetragen zu haben. Lara ist es wichtig, dass auch zukünftig im Unterricht auf Einzelschicksale eingegangen wird und sie sich dabei aktiv einbringen kann. Herr Fobel: „Ich war schon lange nicht mehr so ergriffen. Das zeigt mir als zukünftigem Lehrer, wie wichtig es ist, Geschichte erfahrbar zu machen, indem man auf einzelne Menschen und deren Schicksal eingeht.“ Auf die Frage, was ihn am meisten bewegt, antwortet der Lehrer Herr Holzapfel: „Die Gewalt geht meistens von den Menschen aus, die den Opfern am nächsten stehen wie im Fall von Friedrich und Emil Bauer und Adam Hardtmann. Das Unrecht ging aus von Schulkameraden, Nachbarn und Bekannten. Es waren keine Unbekannten.“ Frau Schädlich fügt hinzu: „Wir möchten die Opfer würdigen und das Schweigen durchbrechen. Die Opfer waren und sind immer Teil der Gesellschaft.“

„Ich bin sehr stolz auf meine Schüler, sie haben durch ihr engagiertes Rollenspiel , in dem sie das Schicksal der Familien Bauer und Hardtmann darstellen, einen würdigen Rahmen für die Verlegung der Stolpersteine geschaffen und somit geholfen, die Erinnerung an die Opfer des NS-Unrechts wachzuhalten“, betont Frau Höfs und ergänzt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Frau Lohmann aus der Theodor-Heuss-Realschule und die musikalische Umrahmung durch die Realschüler war.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Das ist keine Phrase, sondern ein Statement, kommentiert Frau Grünstein den Einsatz der Schüler, als sie sich zu einem Foto mit dem Banner aufstellen. Höfs/Holzapfel

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